Beratungsstelle für
Jugendberufshilfe im Bistum Limburg

jobaktiv und Eltern

Elternberatung bei jobaktiv, das bedeutet:
  1. Eltern begleiten Ihr Kind zur Beratung.
  2. Eltern lassen sich selbst beraten, wie Sie Ihrem Kind in Fragen rund um Ausbildung und Beruf helfen können.
Im Folgenden eine Erläuterung unseres Ansatzes für Elternarbeit:

Im Übergang Schule-Beruf stellt sich für viele Eltern die Frage, wie sie ihre Kinder adäquat unterstützen können. In unserer Beratung stellen wir vielfach Unterstützungsextreme fest, welche in der Folge leider oft nicht zum gewünschten Ziel führen – weder für den Jugendlichen selbst, noch für die Eltern. Die Extreme sind hierbei a.: überhaupt keine Unterstützung, bisweilen Desinteresse, und b.: zuviel Unterstützung, ja sogar Bevormundung. Im Punkt a. kann die Folge auf Seiten des Jugendlichen ein eigenes Desinteresse an der Arbeitswelt sein, aber auch ein schlichtes Gefühl der eigenen Belanglosigkeit, selbst nichts Wert zu sein. Auch der Punkt b. wertet die Person des Jugendlichen möglicherweise ab, dies jedoch auf der Grundlage eines falsch verstandenen Hilfe- und Unterstützungswillens auf Seiten der Eltern. Eine Folge kann hier sein, dass sich der Jugendliche dem Willen der Eltern in Berufsfragen unterordnet, dies später bereut, und entsprechende Schritte einleitet (Kündigung, uninteressiertes Verhalten in Studium und/oder Ausbildung usw.). Trotz der (über-)Aktivität der Eltern ist eine mögliche Folge aber auch ein „Verharren“ des Jugendlichen, resultierend auf der Erkenntnis, dass das eigene Fortbestehen sowieso von anderen geregelt wird, weshalb ist dann noch eine eigene Idee, oder eigenes Engagement notwendig?! Sicherlich steht bei vielen Eltern im Vordergrund, nur „das Beste“ für den eigenen Nachwuchs zu wollen. „Das Beste“ der Eltern, ist jedoch nicht immer auch „das Beste“ für den Jugendlichen selbst – vielmehr sollte auf dieser vordergründig positiven Grundlage eine gemeinsame Schnittmenge gefunden werden, da die Ideale oftmals nicht so sehr weit auseinander liegen.
jobaktiv bietet hierzu eine Beratungshilfe an, die darin besteht, zunächst die vorhandenen Ideale zu benennen und zu konkretisieren, um in der Folge des Gesprächs mögliche Gemeinsamkeiten zur beruflichen Perspektive heraus zu arbeiten. In diesen Beratungssettings (Eltern mit Kind) ist es nicht unüblich, dass auch die Eltern über ihren beruflichen Werdegang berichten. Das Ziel solcher geleiteten Berichte ist das Bewusst machen von Kommunikations- und Handlungssträngen, welche innerfamiliär durch die jeweilige Arbeitswelt geprägt sind. Beleuchtet werden sollen einige positive berufliche Erlebnisse, jedoch auch Negativbewertungen. Der Berater / die Beraterin von jobaktiv versucht im Rahmen der Gesprächsführung den Focus auf den Jugendlichen zu richten, sodass dieser aus den Berichten entscheidende Kriterien für sich heraus ziehen kann. In der Regel erfolgt im methodischen Vorgehen der Beratung eine Trennung „der Parteien“. Nach einer bestimmten Zeit, je nach Gesprächsverlauf, besteht die Möglichkeit, dass der Berater / die Beraterin ausschließlich mit dem Jugendlichen arbeitet. Die Eltern werden gebeten, sich eine bestimmte Zeit im Wartebereich, oder auch in der Stadt aufzuhalten. Diese Trennung ermöglicht es dem Jugendlichen, das zuvor Gehörte angeleitet zu reflektieren, und auf dieser Basis neue Handlungsoptionen zu entwickeln.

Eine weitere Beratungsmöglichkeit besteht bei jobaktiv auch für die Eltern alleine. Einige Elternteile wollen sich unverbindlich über Berufs- oder Studienmöglichkeiten informieren, um zuhause einfach „besser gerüstet“ in die Gespräche mit dem Nachwuchs einsteigen zu können. Oftmals existieren aber auch konkretere Fragen, welche durch Internetrecherche, oder durch Tipps von Bekannten und Freunden nicht ausreichend beantwortet werden können. Neben klaren Frageprofilen wie etwa der Unterstützungsmöglichkeit des Sohnes durch Berufsausbildungsbeihilfe, oder zur schulischen Weiterbildungsmöglichkeit der Tochter im sozialen Bereich, finden sich auch breiter gefächerte Frageansinnen wie etwa „Was kann mein Sohn mit einem eher schlechten Realschulabschluss eigentlich als Ausbildung machen“, oder „Meine Tochter hat ihre Schulzeit bald beendet, nun will sie ins Ausland. Wie geht das?“, oder „Ich beziehe Arbeitslosengeld II, nun hat mein Kind einen Ausbildungsplatz. Wird jetzt der Ausbildungslohn von meinem ALG II abgezogen?“. Neben diesen eher klaren Profilen ergeben sich jedoch auch Beratungsgespräche, welche zunächst nur Vordergründig einen beruflichen Bezug aufweisen. In der Hauptsache geht es hierbei um die Bewältigung von Verhaltensauffälligkeiten der eigenen Kinder, Beratung in Erziehungs- und Nacherziehungsfragen (Fragen zur Pubertät), in schwereren Fällen um das Aushalten psychischer Auffälligkeiten, aber auch um den Umgang mit Süchten (Alkohol, andere Drogen, aber vor allem PC-/Spielsucht), dass „Loslassen“ in dieser Umbruchzeit, und die hieraus resultierende Bearbeitung eigener Ängste, aber auch um Schwierigkeiten im Umgang mit Behörden (Arge, Arbeitsagentur, Jugendamt) usw..

Als Fachberater mit psychosozialer Ausrichtung decken wir natürlich nicht alle oben genannte Bereiche inhaltlich ab, dennoch sehen wir uns für das Themenfeld der Jugendberufshilfe als Erstkontaktstelle auch für diese speziellen sozialen Fragen. Unsere professionelle Beratereinstellung stellt zudem sicher, dass wir mit den entsprechenden Fachberatungsstellen fallbezogen zusammenarbeiten. Der Datenschutz wird selbstverständlich gewahrt.
Als Beratungsstelle für Jugendberufshilfe sehen wir uns in der Beratung zur beruflichen Integration verpflichtet, dies zu vorderst im Dienste des Jugendlichen selbst. Das heist, dass zunächst alle Bemühungen am Willen und Wollen des Jugendlichen gemessen werden. Elternberatung muss sich demnach, nach unserer Ausrichtung, vor allem an diesem Wollen orientieren. Für unsere Beratungsstelle ist die Elternberatung ein wichtiger Bestandteil der Arbeit, sie rangiert jedoch hinter der direkten Beratung mit den Jugendlichen selbst auf Platz 2.
Aufgrund zahlreicher Gespräche mit Eltern (mit oder ohne anwesendem Kind) können wir sagen, dass sich das Beratungsinteresse der Eltern zur beruflichen Perspektive des Nachwuchses positiv auf das Binnenklima der Familie auswirkt. Oft ergeben sich zuhause weitere Gespräche, diese manchmal auch angeleitet durch „Hausaufgaben“ aus der Beratung heraus.
Generell behaupten wir, dass sich elterliches berufliches Interesse am Weiterkommen der Nachkommenschaft positiv auf die Eltern-Kind Beziehung auswirkt. Dies spricht für eine elterlich unterstützende Haltung im Übergang Schule-Beruf, und das womöglich auch trotz einer schwierigen hochpubertären Zeit.
MitarbeiterInnen
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Unser Beratungskonzept
„Was willst du, dass ich dir tun soll?“ (Mk 10,51)
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